Der deutsche Luftraum

Beim Luftraum unterscheidet man den kontrollierten und den unkontrollierten Luftraum.

 

kontrollierter Luftraum


Der kontrollierte Luftraum hat keine Obergrenze und folgende Untergrenzen:

  • generell 2500 ft GND,

  • in der Umgebung von Flugplätzen mit IFR-Flugbetrieb gilt zusätzliche Einschränkung 1000 ft GND bzw. teilweise 1700 ft GND

  • bei Kontrollzonen: GND

Der kontrollierte Luftraum ist klassifiziert in:

 

A

in Deutschland bislang nicht vorhanden

B in Deutschland bislang nicht vorhanden
C in/oberhalb FL 100, ohne obere Begrenzung,
in der Umgebung mehrerer Verkehrsflughäfen
D Kontrollzonen z.B. um kontrollierte Flughäfen
E von 1000 ft / 1700 ft / 2500 ft GND bis FL 100, soweit nicht anders klassifiziert.

 


unkontrollierter Luftraum


unterhalb 2500 ft / 1700 ft / 1000 ft GND ist - ausgenommen in Kontrollzonen - unkontrollierter Luftraum, wie folgt klassifiziert:
F

von max. 2500 ft GND bis zum Boden in der Umgebung unkontrollierter Flugplätze mit IFR-Flugbetrieb - dieser Luftraum ist nur aktiv, solange IFR-An/Abflüge stattfinden;

G soweit nicht anders klassifiziert.

 


 

VFR + IFR - Sichtflug und Instrumentenflug


Im Luftverkehr wird unterschieden zwischen 

Flügen nach Instrumentenflugregeln (IFR = Instrument Flight Rules) und 

Flügen nach Sichtflugregeln (VFR = Visual Flight Rules).

 

Vergleiche hierzu auch  § 4 LuftVO (LuftVerkehrsOrdnung).

Flüge nach IFR finden im kontrollierten Luftraum (Lufträume der Klassen A bis E) statt und unterliegen der Kontrolle der Flugsicherung!

 

Flüge nach VFR sind in den Lufträumen der Klassen C bis G zugelassen, wobei in den Lufträumen der Klassen C und D eine vorherige Flugverkehrskontrollfreigabe nötig ist.

  • Im Luftraum der Klasse E können sowohl kontrollierte als auch unkontrollierte Flüge durchgeführt werden, wenn die Wetterbedingungen es zulassen; dabei gelten insbesondere die Abstands- und Ausweichregeln der §§ 12 und 13 LuftVO.

  • Unterhalb von ca. 3000 m ist eine Flugverkehrskontrollfreigabe für VFR-Flüge in bestimmten Lufträumen im Bereich kontrollierter Flugplätze und in den An- und Abflugsektoren der großen Verkehrsflughäfen notwendig. Für Flüge nach VFR gelten die in Anlage 5 zur LuftVO festgelegten Mindestwetterbedingungen.
    Nach § 10 Abs. 2 der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) legt das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen die kontrollierten und unkontrollierten Lufträume fest. Die Luftraumklassifizierung ist in Anlage 4 zur LuftVO beschrieben, wobei die Klassen F und G dem unkontrollierten Luftraum zuzuordnen sind.

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO = International Civil Aviation Organisation), der die Bundesrepublik Deutschland seit 1956 ebenfalls angehört, hat in ihren Richtlinien und Empfehlungen diese Luftraumklassifizierung festgelegt.
Bei der Übernahme der Richtlinien in nationales Recht wurde für Deutschland - abweichend von den ICAO-Vorgaben - für den Luftraum E unterhalb der Flugfläche 100 (ca. 3500 m) eine Flugsicht von 8 km anstelle von 5 km festgelegt, um dem Prinzip "sehen und ausweichen" besser zu entsprechen. Darüber hinaus wird der militärische Tiefflug nur bei Sichten von mindestens 5 km durchgeführt, obwohl im unkontrollierten Luftraum der Klasse G grundsätzlich nur eine Mindestsicht von 1,5 km vorgeschrieben ist.