Grundlagen des Flugfunkes

Zur Durchführung des Flugfunks in Deutschland muss ein Flugfunkzeugnis erworben werden. Diese Prüfung wird von der obersten für Telekommunikation zuständigen Bundesbehörde, der Bundesnetzagentur (ehemals Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post), abgenommen. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über Flugfunkzeugnisse (FlugfunkV).

Die unerlaubte Nutzung der Flugfunk-Frequenzen - also ohne Sprechfunkzeugnis - gilt als gefährlicher Eingriff in die Flugsicherheit und wird als solcher geahndet. Auch das Abhören des Flugfunks ohne Flugfunkzeugnis ist in der Bundesrepublik strafbar. Der Inhaber eines Sprechfunkzeugnisses ist zur Wahrung des Fernmeldegeheimnisses verpflichtet.

 

Alle UL-Piloten erhalten im Rahmen der UL-Theorie-Ausbildung eine vereinfachte Funkausbildung. Wer auch auf Englisch oder - was häufiger vorkommen dürfte - an kontrollierten Plätzen funken möchte, der muß mindestens das BZF II haben (bzw. BZF I für den englischsprachigen Funk). Selbst für den Kontakt mit FIS (Flug Informations System) unterwegs ist formal gesehen ein BZF nötig, in der Praxis jedoch selten tatsächlich von den UL-Piloten vorhanden.
Für Dreiachs-UL wird sich die Frage, ob man ein BZF erwerben sollte ohnehin bald nicht mehr stellen. Da die Flugzeuge den VLA (very light aircraft, die "nächsthöhere" Klasse) immer ähnlicher werden, werden auch viele Vorschriften in Bezug auf die Piloten angepaßt (allem voran LuftPersV, Verordnung über Luftfahrtpersonal). Somit wird dann auch für die ULer das BZF II Pflicht werden.

 

Man unterscheidet:

  • Allgemeines Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst (AZF)
  • Beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis I für den Flugfunkdienst (BZF I)
  • Beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis II für den Flugfunkdienst (BZF II)


AZF - (Allgemeines Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst)

Das AZF ist das höchste mögliche Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst in Deutschland.

Das Allgemeine Sprechfunkzeugnis berechtigt den Inhaber zur Durchführung des Sprechfunks auf Flügen nach Instrumentenflugregeln (IFR). Es gilt weltweit. Natürlich berechtigt es auch zur Durchführung des Sprechfunks im Sichtflug. Im Sichtflug darf der Sprechfunk im deutschsprachigen Raum auch auf deutsch erfolgen.

Im Zuge der Berufspilotenausbildung (CPL) ist der Erwerb des AZF vorgeschrieben.

Das Allgemeine Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst (AZF) berechtigt zur Durchführung des Funks im Instrumentenflug (IFR) und ist daher meist Vorstufe für die Erlangung eines Berufspilotenscheins (CPL und ATPL).

Das auf den Sichtflug (VFR) beschränkte Sprechfunkzeugnis BZF ist im AZF enthalten.




BZF - (beschränkt gültige Sprechfunkzeugnis I für den Flugfunkdienst)

Das BZF ist für Piloten die nach VFR (Sichtflug) fliegen, wobei BZF II nur deutschsprachig und BZF I in Deutsch und Englisch ist.

 

BZF-Prüfung

Grundsätzlichl ist vor der BZF-Prüfung keine besondere Ausbildung vorgeschrieben. Die Theorie kann auch im Selbststudium erlernt werden. Bei den Sprechverfahren ist das jedoch eher schwierig. Die im Handel angeboten Texte, Kasetten und CDs sind hier oft nur eine geringe Hilfe. Diese zeigen nicht alle möglichen Varianten der Abläufe auf und variieren den Ablauf nicht. Besser ist da schon der Trainer von Andreas Sprick-Schütte. Trotzdem können diese Hilfsmittel Übungen mit einer realen Person nicht ersetzen! Das muß nicht unbedingt ein Fluglehrer sein. Erfahrende VFR-Piloten an kontrollierten Plätzen sind ebenso geeignet. Ein kontrollierender Blick ins aktuelle AIP sollte diesem aber immer vorangehen, da die Sprechgruppen im laufe der Zeit immer wieder angepaßt werden und nicht alle Piloten immer auf dem neusten Stand sind. Wenigstens zur Prüfung sollte man das aber sein. Die Erfahrung zeigt, daß man vor der Prüfung schon mindestens 20 An- und Abflüge simuliert haben sollte.